
Kreistag aktuell November 2025
18. November 2025
Haushalt 2026 einstimmig beschlossen
Der Kreistag des Landkreises Sankt Wendel hat einstimmig den Haushalt für das Jahr 2026 verabschiedet.
Mit einem Gesamtvolumen von 209 Millionen Euro ist es der größte Haushalt in der Geschichte unseres Landkreises.
Finanzlage weiter angespannt
Die Kreisumlage liegt bei 63 % – das bedeutet: Die Städte und Gemeinden führen 99 Millionen Euro an den Landkreis ab.
Besonders dramatisch: Zum ersten Mal erhält der Landkreis keinerlei Schlüsselzuweisungen des Landes aus dem kommunalen Finanzausgleich. Allein das bedeutet 5,74 Millionen Euro weniger als im laufenden Jahr und macht rund 40 % des Umlageanstiegs aus.
Sozialausgaben als größter Kostentreiber
Die Sozialaufwendungen steigen 2026 um 6 Millionen Euro auf 128,63 Millionen Euro, das sind das rund 70 % des Haushalts – die Jugendhilfe allein macht 42 % der Kreisumlage aus.
Diese Zahlen zeigen: Das kommunale Finanzsystem stößt an seine Grenzen – die Kommunen zahlen die Zesche für einen immer weiter ausufernden Versorgungsstaat, den der Bund durch seine Gesetzgebung schafft.
Gezielte Investitionen in Bildung & Zukunft
Trotz der schwierigen Lage investiert der Landkreis verantwortungsvoll – vor allem in den *Schulbereich*:
• Akademie für Erzieherinnen und Erzieher: 3,3 Mio. € (Gesamt: 4,8 Mio. €)
• Sportanlage am Gymnasium Wendalinum: 1 Mio. € (Gesamt: 3,5 Mio. €)
• Erweiterungsbau Gemeinschaftsschule Schaumberg-Theley: 0,5 Mio. € (Gesamt: 4,5 Mio. €)
• Sporthalle Gemeinschaftsschule Türkismühle: 0,4 Mio. € (Gesamt: 4,6 Mio. €)
• Zuschuss Sporthalle St. Wendel: 2 Mio. €
Stärkung von Feuerwehr & Katastrophenschutz
Katastrophenschutzzentrum entsteht ein neues Schulungszentrum für Zivil- und Katastrophenschutz (2,25 Mio. €, davon 50 % Land).
Zudem wurde die Richtlinie zur Feuerschutzsteuer angepasst:
➡️ Zuschüsse bis zu 80 % (max. 250.000 €) für gemeinsame Anschaffungen im Feuerwehrzweckverband.
➡️ Insgesamt fließen 1,59 Mio. € aus der Feuerschutzsteuer in die Wehren im Landkreis.
Gezielte Investitionen – nicht nur am Bostalsee – , hohe Förderquoten und eine effiziente Verwaltung sichern Wertschöpfung, Arbeitsplätze und kommunale Einnahmen. Zugleich verbessern sie die Lebensqualität unserer Einwohner – denn wir leben dort, wo andere Urlaub machen.
Der Haushalt 2026 ist kein Wunschhaushalt, sondern ein Haushalt der Vernunft und Verantwortung.
Er zeigt klar, dass die Belastungsgrenzen der kommunalen Ebene überschritten sind und jede Perspektive fehlt – und warum Land und Bund endlich handeln müssen – wer bestellt, muss auch bezahlen!
Danke an alle Beteiligten im Kreistag und in der Verwaltung* für die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit in dieser schwierigen Situation!
